Da bei mir eine Zwergbartagame einziehen darf möchte ich diesem Thema einen Beitrag widmen. In diesem Beitrag lege ich den Fokus auf eine artgerechte Haltung, sowie Ernährung, da dies meine Hauptthemen als Tierheilpraktikerin sind.
Zwergbartagamen sind kleine Echsen, welche bis zu 15 cm groß werden und eine Lebenserwartung von bis zu max. 15 Jahren haben. Die kleinen Lauerjäger sind in den Halbwüsten bzw. baumbestandenen Steppen Nordaustraliens beheimatet. Hier möchte ich schon mal anmerken, dass Zwergbartagamen weder zum Kuscheln noch zum Rumtragen geeignet sind. Wer gerne sein Haustier beobachten möchte, wird an diesen kleinen Krabblern viel Freude haben.

Wie viele dürfen es denn sein?

Zwergbartagamen sind Einzelgänger, können aber auch im Harem von einem Männchen und 2 – 4 Weibchen gehalten werden. Dabei soll vermieden werden, dass zu viele Tiere im Terrarium sind, da in der Gruppe eine Rangordnung herrscht und die rangniederen Tiere genug Platz zum Ausweichen und Zurückziehen haben müssen. Eine reine Paarhaltung sollte vermieden werden, da der ausgeprägte Sexualtrieb des Männchens das Weibchen dauerhaft stresst und dieser Dauerstress auch zum Tode führe kann.

Gibt es ein Mindestmaß für Terrarien?

Aus Gründen des Tierschutzes gibt es auch für die Haltung von Reptilien Vorschriften für das Mindestmaß eines Terrariums:
Länge: Körperrumpflänge in cm x 5
Breite: Körperrumpflänge in cm x 4
Höhe: Körperrumpflänge in cm x 3
Somit ergibt sich ein Mindestmaß von 75 x 60 x 45 cm für eine Zwergbartagame. Für jedes weitere Tier werden 15% dazu gerechnet. Mein Glasterrarium misst 150 x 60 x 80 cm, da ich später einen kleinen Harem von einem Männchen und 2 Weibchen halten möchte, jedoch erst mal eine alte Dame übernehme, die ihren Lebensabend bei mir verbringen darf.

Das Innenleben sollte dann wie aussehen?

Es empfiehlt sich eine dreidimensionale Strukturierung des Terrariums mit ausreichend Kletter- und Versteckmöglichkeiten (Steine, Äste, Höhlen, Pflanzen, …). Eine gut strukturierte Rückwand bietet nicht nur Klettermöglichkeiten, sondern erhöht mit zusätzlich angebrachten Liegeflächen die Grundfläche des Terrariums und bietet zudem ausreichend Aufenthaltsmöglichkeiten (wichtig bei der Haltung eines Harems).
Zudem sollte es eine Sonnenfläche pro Tier für eine ausreichende UVA- und UVB-Versorgung geben. Dabei ist zu beachten, dass diese eine Temperatur von 45° C nicht überschreiten sollte wegen der Verbrennungsgefahr. Tagsüber sollte die Temperatur im Terrarium bei knapp 30° C liegen, nachts darf sie auf knapp 20° C absinken.
Bei der Bodengrundgestaltung hat man mittlerweile mehrere Möglichkeiten. Früher wurde dieser mit einem Sand-/Lehmgemischt (7:1) zu mindestens 10 cm eingefüllt. Im Fachmarkt bin ich letztens über das Calciumcarbonat Substrat gestolpert. Laut Fachmarkt werden für einen Calciumcarbonat Grund wird dieser mit ca 2 – 3 cm Höhe eingefüllt. Der Vorteil gegenüber Sand ist der, dass dieser mitgefressen werden kann und KEINEN Darmverschluss verursacht.
Neben einem Futternapf bzw. mehreren beim Harem, sollte im Terrarium auch ein Badebecken nicht fehlen.

Wozu Luftfeuchtigkeit in einem Wüstenterrarium?

Die Luftfeuchtigkeit spielt eine große Rolle bei der Haltung von den Krabblern. Während am Tag die Luftfeuchtigkeit idealerweise bei ca. 40% liegt, sollte sie nachts auf 60 – 80 % steigen. Mit einem Badebecken kann die nötige Luftfeuchtigkeit aufrechterhalten werden. Dennoch wird ein tägliches Einsprühen empfohlen. Hier gilt es zu beachten, dass das Terrarium ausreichende Belüftungsflächen unter Vermeidung von Zugluft hat.

Welche Krankheitsbilder kann ich bei artgerechter Haltung vorbeugen?

Häutungsprobleme: zu geringe Luftfeuchtigkeit / Vitamin- und Mineralstoffgehalt prüfen.
Pilzinfektionen: zu hohe Luftfeuchtigkeit
Gicht und Atemwegsinfektionen: zu trockene Haltung

Und wenn es dann kälter wird, legen sich die Zwergbartagamen zur Ruh…

Wer hätte das gedacht, jetzt machen die Zwergis auch noch eine Winterruhe. Die Winterruhe dauert ca. 3 Monate. Sie stärkt ihre Widerstandskraft, was für die Gesundheit der Tierchen ganz wichtig ist. Wann die Winterruhe eintritt, entscheiden die Zwergbartagamen meistens selbst. Wichtig ist, dass die Temperatur währende der Winterruhe auf 16° C gesenkt wird und die Tiere nicht gefüttert werden. Jedoch sollten sie weiterhin täglich frisches Wasser zur Verfügung gestellt bekommen. Bei alten, trächtigen oder kranken Tieren sollte auf die Winterruhe verzichtet werden. Daher empfiehlt es sich vor der Winterruhe neben der Abgabe einer Kotprobe der Besuch beim Tierarzt für ein Checkup. Ungefähr 3 Wochen vor Beginn der Winterruhe wird die Fütterung mit Lebendfutter eingestellt. Eine Woche später wird das Füttern komplett eingestellt. Nach 3 Monaten wird die Beleuchtung intensiver. Sobald die Tiere aktiv werden, kann man ihnen wieder Grünfutter und später auch Lebendfutter anbieten.

Was darf denn auf den Speiseplan?

Wie bereits erwähnt nehmen Zwergbartagamen neben Grünfutter auch Lebendfutter. Während Schlüpflinge und Jungtiere das Fressen von Grünfutter noch lernen müssen, nehmen diese eher Lebendfutter als Grünfutter. Idealerweise bekommen die Tiere mehr Grünfutter als Lebendfutter. Für eine vielfältige Fütterung eignen sich unter anderem:
Kräuter: Löwenzahn, Klee, Spitzwegerich; Brennnessel, Ringelblume
Gemüse: Kresse, Keimlinge, Sprossen, Karotten, Zucchini, Salate
Lebendfutter: Heimchen, Steppengrillen, Mehlwürmer

Welche Krankheitsbilder können durch eine falsche Ernährung entstehen?

Gicht: zu viel Lebendfutter
Durchfall: Fütterung von Früchten

Bevor ich euch der Kopf vor lauter Input platzt, mach ich mich an mein Terrarium für die alte Dame, damit sie bald bei mir einziehen kann 😊

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