Bärlauch – eines meiner Lieblingskräuter – möchte ich ebenfalls einen Beitrag widmen. Deshalb habe ich mich vertrauensvoll an meine Kräuterfrau, Kräuterpädagogin Tanja Kaufmann, gewendet.

Der Bärlauch (Allium ursinum) ist eines der ersten Kräuter im zeitigen Frühjahr. Er war übrigens schon bei den Kelten bekannt und sehr beliebt. Unser Waldknoblauch (so wird der Bärlauch auch oft genannt) dient uns zur Reinigung von alten Schlacken und kann sogar Schwermetalle ausleiten. Er putzt also Magen-Darm durch und verleiht uns wieder “Bärenkräfte” nach dem langen Winter. Zudem ist der Bärlauch unter anderem mit dem Knoblauch, Zwiebeln und Schnittlauch verwandt und hat dementsprechend ähnliche Wirkungsweisen. Die darin enthaltenen Vitamine und Mineralstoffe haben eine antibiotische, entzündungshemmende und tonisierende Wirkung, welche sich unter anderem positiv auf Bronchitis, Rheuma, Leistungsschwäche auswirken. Dieses Heilkraut eignet sich nicht zur Fütterung unserer Heimtiere!

Sammeltipps:

Der Bärlauch kann von Anfang März bis Anfang Mai gesammelt werden. Er bevorzugt schattige Laubwälder und humusreiche Standorte. Bei der Ernte den Bärlauch weit unten am Stiel abpflücken, jedoch immer Blatt für Blatt um giftige Pflanzen wie die Maiglöckchen, Herbstzeitlosen oder Aronstab, welche sehr gerne mitten im Bärlauch wachsen nicht einfach mit zu ernten. Sobald die Knospen rauskommen wird es einfacher den Bärlauch zu bestimmen und die Verwechslungsgefahr wird etwas geringer. Verwenden kann man die Blätter, Knospen, Blüten und Stängel vom Bärlauch.
Noch ein wichtiger Punkt zur Erhaltung: bitte immer ein, maximal zwei Blatt pro Pflanze ernten, da der Bärlauch sehr langsam wächst. Somit wird sichergestellt, dass im darauffolgenden Jahr auch wieder ausreichend Bärlauch an derselben Stelle zu finden ist.

Warnung vor dem Fuchsbandwurm

Beim Sammeln mit meinem Freund vor ein paar Tagen kam die Frage auf „müssen wir nicht wegen dem Fuchsbandwurm aufpassen?“ Ja, bitte den Bärlauch vor der Verarbeitung immer gründlich waschen, da aufgrund seiner Standorte nicht auszuschließen ist, dass über die Bärlauchblätter der Fuchsbandwurm übertragen werden kann.

Wer noch weitere Fragen hat, oder auch mal eine geführte Kräuterwanderung mit Tanja machen möchte, kann sie über Instagram unter „wildkraeuterherz“ finden.

Zum Abschluss habe ich noch zwei meiner Lieblingsrezepte aus dem Rezeptbuch von Tanja für euch:

Bärlauchpesto

  • Drei Handvoll Bärlauch
  • 100g Nüsse oder andere Ölsaaten
  • 15 EL Olivenöl
  • Salz & Pfeffer
  • Parmesan

Bärlauchblätter sehr fein hacken, dann die Nüsse (Mandeln oder ähnliches) dazu und alles weiter sehr fein hacken. Zum Schluss mit Salz & Pfeffer abschmecken und das Olivenöl darüber giessen.

Bärlauchmuffins

  • 350 gr Dinkelmehl
  • 1 EL Backpulver
  • 2 Eier
  • 6 EL Olivenöl
  • 1/4 Liter Milch
  • 2-3 Handvoll Bärlauch
  • Salz, Pfeffer und Pecorino nach Belieben

Alle Zutaten verrühren, in Muffinsförmchen füllen und 25 Minuten bei 175°C backen.

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